
Kita & OGS · Pressemitteilung
Nicht auf dem Rücken von Kindern und Familien sparen!
Bevor Eltern stärker belastet werden, muss die Stadt offenlegen, wer welchen Beitrag zum Sparen leistet.
SPD-Fraktion im Rat der Hansestadt Herford
Veröffentlicht am 14. Oktober 2026
Die Stadt Herford muss sparen. Doch bevor Familien stärker zur Kasse gebeten werden, muss klar sein, wie die finanziellen Lasten insgesamt verteilt werden.
Die bisherigen Gespräche zur Neugestaltung der Kita- und OGS-Beiträge haben auch positive Ergebnisse gebracht. Dazu gehören eine zusätzliche Einkommensstufe für besonders hohe Einkommen, Verbesserungen bei der Geschwisterkindregelung sowie die Berücksichtigung von Einstands- und Verantwortungsgemeinschaften. Auch die Zusammenführung der Satzungen und der damit verbundene Bürokratieabbau werden begrüßt.
Kritisch sieht die SPD hingegen die geplante Ausweitung der OGS-Beitragspflicht von zehn auf zwölf Monate. Familien sollen mehr bezahlen, ohne dass sich das Betreuungsangebot entsprechend verbessert. Für die Schulausschussvorsitzende Dana Kuntemeier-Wolff ist deshalb auch das Land in der Verantwortung:
„Eine sozial gerechte und landesweit einheitliche Staffelung der OGS-Gebühren müsste von der Landesregierung vorgegeben werden. Unser sozialdemokratisches Ziel ist klar: Bildung muss von Geburt an bis zum Ende der Ausbildung kostenfrei sein – denn Chancengleichheit darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.“
Auch Elisa Obst, stellvertretende Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, sieht die geplanten Erhöhungen kritisch:
„Wer auf dem Rücken von Familien Haushaltslöcher stopfen will, überschreitet eine rote Linie. Bei der Bildung und den Chancen unserer Kinder zu sparen, darf nicht der erste Schritt der Haushaltskonsolidierung sein.“
Für die SPD stellt sich deshalb die Frage, wie die finanziellen Lasten in Herford insgesamt verteilt werden. Zwar liegt jetzt ein erster Sparvorschlag auf dem Tisch, ein vollständiger Überblick darüber, welche Beiträge die verschiedenen Verwaltungsbereiche leisten sollen, fehlt bislang jedoch.
„Wir sind bereit, Verantwortung für Herfords Finanzen zu übernehmen. Aber bevor Familien mehr bezahlen sollen, muss die Verwaltung offenlegen, wo sie selbst sparen will und welchen Beitrag die anderen Bereiche leisten“, betont SPD-Fraktionsvorsitzender Adrian Möller.
Die SPD-Fraktion wird deshalb im kommenden Haupt- und Finanzausschuss einen Antrag einbringen, der Klarheit über den aktuellen Stand der Sparmaßnahmen in den einzelnen Verwaltungsbereichen schaffen soll. Erst auf dieser Grundlage lässt sich verantwortungsvoll entscheiden, welche zusätzlichen Belastungen Familien zugemutet werden können.
