»OGS weiter ausbauen«

SPD äußert sich zur Diskussion um Finanzierung

Herford(HK). Der Offene Ganztag in Herford ist unterfinanziert. Die SPD-Ratsfraktion nimmt zu der aktuell aufkommenden Diskussion Stellung.

»Wir finden es schade, dass die CDU die OGS-Finanzierung aus durchschaubaren Motiven auf-greift«, sagt Hans-Jürgen Rühl, Vorsitzender des Schulausschusses. Eigentlich sei zwischen den großen Parteien verabredet worden, dieses Thema nicht für Wahlkampfzwecke zu missbrauchen. Auf der anderen Seite herrsche aber auch Freude, dass die CDU und Ralph Pohlmann als ehemaliges FDP-Mitglied einsehen, dass die OGS unterfinanziert ist. »Dadurch droht ein Qualitätsverlust, der nur durch höhere Mittel ausgleichbar ist. Qualifiziertes Personal bedeutet gleichzeitig höhere Löhne«, sagt Rühl.

Die NRW-Landesregierung habe bereits 2011 die Pauschalen für die Förderung von Kindern im Offenen Ganztag von 615 auf 700 Euro, beziehungsweise für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf von 1230 auf 1400 Euro erhöht. Trotzdem bestehe weiterer Optimierungsbedarf, damit der Ausbau angemessen finanziert werden kann. »Wir haben zugesagt, dass bei höheren Landeszuschüssen die Stadt anteilig eine höhere Beteiligung zahlt«, sagt Rühl und fordert einen weiteren Ausbau der OGS in Richtung gebundene Ganztagsschule. In die gleiche Kerbe schlage der Bildungsforscher Prof. Klaus Hurrelmann, der am Montag in einer Podiumsdiskussion über das Thema referierte: »Der Offene Ganztag muss verbindlich für alle Grundschüler werden – gebunden statt offen«, sagte er. Hurrelmann schlug vor, zunächst zwei Grundschulen zu gebundenen Ganztagsschulen zu machen.

Die SPD-Ratsfraktion spricht in diesem Zusammenhang von einer verbesserten Haushaltssituation der Stadt, die sich gegenüber der Situation vor einigen Jahren geändert hat. »Daher bieten sich eventuell neue Spielräume bei den Haushaltsberatungen, aber die Konsolidierung des Haushalts ist weiterhin wichtig«, betont SPD-Ratsherr Rühl. Es müssten jetzt Überlegungen angestellt werden, wie die Planungssicherheit der Träger verbessert werden kann.

Herforder Kreisblatt vom 3.5.2014

 

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