Ein Ereignis der besonderen Art - Monatstreffen OV Siedlung

Die monatliche Versammlung des SPD Ortsvereins Herford Siedlung fand in diesem Monat im Garten des Ratsmitgliedes Udo Freyberg statt. Zu diesem Zweck hatten die Mitglieder des Ortsvereins eigens ein großes Zelt aufgebaut. Hauptpunkt der Versammlung war die Ehrung langjähriger Mitglieder. Trotz eines übervollen Terminkalenders hatte es sich Bürgermeister Tim Kähler nicht nehmen lassen die Ehrungen persönlich vorzunehmen. Von den fünf zu ehrenden Mitgliedern konnten nur drei persönlich anwesend sein. Als erste wurde Ursula Wellhöner für 40 Jahre Mitgliedschaft in der SPD geehrt. Ursula ist von Anfang an aktiv in den verschiedenen Gremien auf der politischen Ebene tätig. Geschätzt wird ihre direkte Art Sachverhalte anzusprechen und sie war sich für keine Arbeit zu schade. Mit 42 Jahren Mitgliedschaft ist Margret Seyer noch zwei Jahre länger dabei. In der letzten Zeit konnte sie nicht mehr so aktiv am politischen Geschehen mitwirken. An ihrer sozialdemokratischen Einstellung hat sich in den Jahren nichts geändert. Tim Kähler fand zu jeder Jubilarin die passenden Worte und überreichte ihnen die Urkunde, die Anstecknadel und eine Blumenstrauß.
Der Höhepunkt war jedoch die Ehrung von Anneliese Höcker. 70 Jahre Mitgliedschaft in der SPD sind schon etwas Besonderes. Dementsprechend fiel die Laudatio von Tim Kähler etwas umfangreicher aus. In seiner Rede würdigte er die Leistung der deutschen Frauen, die nach dem Krieg maßgeblich zum Aufbau der Bundesrepublik Deutschland beigetragen hat. Anneliese Höcker war eine dieser Frauen, die sich auch aktiv am politischen Leben beteiligt hat. Sie erhielt die goldene Ehrennadel.
Trotz des Alters von fast 94 Jahren ließ es sich Anneliese Höcker nicht nehmen eine Rede für die anwesenden Personen zu verfassen, die nicht so leicht vergessen wird. Es war ein Ereignis der besonderen Art. Anneliese erzählte wie und warum sie vor 70 Jahren in die SPD eingetreten ist. Für sie war und ist die SPD die Partei die für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und sozialen Ausgleich steht. Vorbild war ihr Vater Heinrich Höcker, der erste nach dem Krieg gewählt Oberbürgermeister der Stadt Herford. Über ihn lernte sie Persönlichkeiten wie Kurt Schuhmacher, Erich Ollenhauer, Carlo Schmidt und Willy Brandt kennen, die ihre Überzeugung lebten und es verstanden Menschen für diese Ideale zu begeistern. Während ihrer Mitgliedschaft erlebte sie viele Höhen und Tiefen, die die Partei durchlaufen hat. Wer den Krieg wie sie bewusst erlebt hat und weiß wohin Ausgrenzung, Hass und Gewalt in der Vergangenheit geführt haben, sieht der derzeitigen politischen Entwicklung mit Angst, Trauer und einer gewissen Wut entgegen. Über die sogenannten sozialen Medien werden von ihren Machern bewusst Ängste geschürt und Falschmeldungen als Wahrheiten dargestellt, die keiner objektiven Überprüfung standhalten. Wir haben das alles schon einmal gehabt. Auch wenn die jungen Menschen es nicht erlebt haben, so sollten sie die Zeugen der Zeit fragen, die unter einer solchen Regierung gelitten haben. Noch haben sie die Gelegenheit. An die jungen Menschen richtete sie den Appel, sich nicht von dieser Meinungsmache beeinflussen zu lassen. Freiheit und Gerechtigkeit werden den Menschen nicht geschenkt. Wenn man sich nicht ständig dafür einsetzt, werden sie einem weggenommen und dann ist es auch zum Jammern zu spät.
Nach dieser beeindruckenden Rede ging die Versammlung zu ihrem gemütlichen Teil über.  Es gab  Würstchen und Salat, dazu diverse Getränke und viele Gespräche.
Gespräche sind die Grundlage des Verstehens. Deswegen lädt der SPD Ortsverein Siedlung zu einem offenen Gespräch mit den Politikern und Vertretern der Verwaltung zur Entwicklung im Bereich der Siedlung am 22.09.2018 ab 16:00Uhr zum Roten Grill auf den Minigolfplatz Maiwiese ein.

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