Unser ABC für Herford

Liebe Herforderin, lieber Herforder,

wir leben gerne in unserer Hansestadt Herford. Sie ist attraktiv und etwas Besonderes.

Wir möchten, dass das auch in Zukunft so bleibt. Deshalb haben wir mit 500 Herforderinnen und Herfor- der bei unseren Zukunftsgesprächen im Vorfeld der Kommunalwahl diskutiert und mit ihnen gemeinsam Perspektiven aufgezeigt, damit Herford auch in Zukunft stark und attraktiv ist. Gemeinsam sind zahlreiche Ideen und Lösungsvorschläge entwickelt worden.

Wir bedanken uns bei allen, die jetzt bereits mitgedacht und mitgemacht haben und freuen uns auf die Anregungen, die noch an uns herangetragen werden.

Viele Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sehen, was zu tun ist und sind auch bereit sich zu engagieren. Das bestärkt uns darin, dass es richtig ist, mit Ihnen gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Wir gestalten gemeinsam: Herford

Attraktiv Bürgernah Chancenreich
Das ist unser ABC für die Zukunft unserer Stadt. 

 

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Attraktiv

Die Finanzen müssen stimmen oder „ohne Moos nix los“

Bruno Wollbrink und die SPD Herford stehen für solide Haushaltspolitik. Herford entscheidet weiterhin allein über den städtischen Haushalt und unternimmt erfolgreiche Anstrengungen diesen auszugleichen. Wir werden auch weiterhin dafür sorgen, dass Herford handlungsfähig bleibt, indem wir die Ausgaben da, wo es zu vertreten ist, senken, die Einnahmen weiter steigern und Gelder in die Zukunft unserer Stadt investieren, z.B. in den Ankauf neuer Gewerbegebiete.

Unser Ziel ist es, die Wirtschaftsförderung noch stärker auszubauen, damit es zu einem Pakt mit der Wirtschaft kommen kann. So kann der Standort Herford gemeinsam mit den Unternehmen entwickelt und gestärkt werden.

Wir werden dafür sorgen, dass die Steuereinnahmen sinnvoll und wirkungsvoll zum Wohl der gesamten Stadt eingesetzt werden, das erwarten die Gewerbebetriebe zu Recht. Wir kennen ihre Belastungsgrenze und wir hoffen, dass die Gewerbesteuer bei steigenden Steuereinnahmen durch Neuansiedlungen und Ausbauten und den daraus folgenden neuen Arbeitsplätzen gesenkt werden kann. Wir wollen Unternehmen und Betriebe noch stärker einbinden, beteiligen und werden Gespräche zur Gewerbesteuer etablieren. 

Herfords Innenstadt attraktiv gestalten

Unsere Innenstadt soll attraktiver werden. Wir wollen das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) umsetzen Das betrifft unter Anderem die Bäckerstraße. Wir wollen die Fördermittel des Landes NRW bereitstellen, um Gebäude zu sanieren und Bauruinen abzureißen.

Der Alte Markt ist als Rendezvous-Platz für die Stadtbusse zu schade. Wir werden uns dafür einsetzen, dass er vom Busverkehr entlastet wird.  Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Geschäftsinhaberinnen und -inhabern und den Immobilienbesitzerinnen und -besitzern  sowie Fachleuten des ÖPNV werden wir Lösungen für eine komfortable Mobilität zur Innenstadt erarbeiten.

Die Schönheit unserer Stadt hervorzuheben und diese zu nutzen, ist nur möglich, wenn das Stadtmarketing stärker ausgebaut wird. Dazu brauchen wir ein Tourismuskonzept. Herford ist eine Stadt am Wasser. Wir wollen diese Attraktivität stärker nutzen. Der Stuckenberg soll stärker als bisher als Naherholungsgebiet genutzt werden. Herford ist eine fahrradfreundliche Stadt, u.a. wird das Radwegenetz attraktiv gestaltet und weiter ausgebaut

Wir wollen unsere Innenstadtplätze stärker nutzen. Gemeinsam mit den Anliegern werden wir Platzkonzepte erörtern, um unsere Innenstadt weiterentwickeln und beleben zu können. Open-Air-Veranstaltungen, Flohmärkte und weitere  Angebote, Treffpunkte  und Feste können unsere Innenstadt beleben.

Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern und den Schaustellern werden wir den Weihnachtsmarkt, unsere Kirmes und das Hoekerfest weiterentwickeln. Volks- und Brauchtumsfeste sind ein wichtiger Bestandteil unserer Stadt.

Bei allen Veränderungen wollen wir behutsam vorgehen. Denkmalschutz und die Denkmalförderung liefern dabei wichtige Beiträge, die kulturelle Identität unserer Stadt zu sichern.

Eine attraktive Stadt muss auch gepflegt sein. Die SWK ist dafür ein starker Partner. Wir werden die SWK weiter stärken, indem wir das Flächenproblem lösen und neue Geschäftsfelder erschließen. Ziel der SPD ist die Rekommunalisierung der SWK, dadurch ergeben sich neue Entwicklungsmöglichkeiten, die Gewinne bleiben vor Ort und stärken die heimische Infrastruktur. Wir wollen einen Umweltbetrieb für Herford.

Herford noch aktiver

Der Pakt mit dem Sport hat einen partnerschaftlichen Umgang zwischen dem Sport und der Politik geschaffen. Diesen wollen wir verbindlich fortsetzen. Planbarkeit und Verlässlichkeit stehen für uns im Vordergrund. Das sportliche Ehrenamt muss unterstützt werden, sei es durch praktische Unterstützung seitens der Verwaltung  oder die mittelfristige Planbarkeit bei Renovierungen und Instandsetzungen der Sportstätten. Wir werden den Sportstättenbedarfsplan konsequent umsetzen. Gemeinsam erbrachte Einsparungen zum Haushaltsausgleich werden zukünftig gemeinsam im Rahmen des Pakts des Sports verwandt. Für die Belange des Sports steht zukünftig ein Ansprechpartner bei der Stadt Herford   zur Verfügung. 

Herford bewegt“, dieses Leitbild soll gemeinsam entwickelt und gelebt werden. Die Stadt bietet mit dem Ludwig-Jahn-Stadion, der Eishalle, den Schwimmbädern, den Sportplätzen, den öffentlichen Plätzen und Spielplätzen vielfältige Bewegungsmöglichkeiten. Diese sollen stärker genutzt werden. Mit kind-, jugend- und altengerechten Bewegungsmöglichkeiten sollen neue Akzente gesetzt  werden.

Körperliche und sportliche Bewegung ist eine wichtige Voraussetzung für den Lernerfolg. Sportvereine und Schulen müssen stärker zusammenarbeiten, um den Herausforderungen des Ganztages gerecht zu werden. Wir werden gemeinsam Konzepte und Kooperationen vorantreiben, sodass der Besuch einer Ganztagsschule und eine sportliche Betätigung im Verein einander nicht ausschließen. Schulen und Vereine können davon profitieren. Jedes Kind soll Kontakt zu den Herforder vereinen bekommen.

Eine neue Kooperation streben wir beim Schwimmunterricht an. Schulen, Kindertagesstätten, Sportvereine und die Stadt Herford können gemeinsam die Schwimmerziehung meistern. Jedes Kind soll  schwimmen lernen.

Der Herforder Sport soll flexibel und schnell auf zukünftige sportliche Entwicklungen und verändertes Nutzerverhalten reagieren können. Dabei soll u. a. die Anlaufstelle, die im Rathaus eingerichtet wird, die Vereine unterstützen.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass Sport für alle bezahlbar bleibt. Eine Sportstättennutzungsgebühr lehnen wir ab. Im Gegenteil: Durch die Einrichtung eines Sportfördertopfes werden wir  Kindern und Jugendlichen den Zugang zum Vereinssport ermöglichen. Zukünftig sollen unbürokratisch Grundausstattungen wie Sportkleidung, Fußballschuhe etc. zusätzlich zum Bildungs- und Teilhabegesetz finanziert werden können. 

Herford ist eine soziale Stadt

Herford ist eine soziale Stadt. Dafür stehen wir. Wir werden auch in Zukunft dafür eintreten, dass keiner zurückgelassen wird und die erforderlichen Hilfen erhält. Ohne Soziales gibt es kein WIR in der Gesellschaft. Jeder hat das Recht auf unsere Solidarität und unseren Respekt. Das ist der Kern der sozialen Stadt und unser Leitbild. Es prägt unser politisches Handeln.

Ob Kind, Jugendlicher, Junger Erwachsener, Familie oder Senioren - Jung und Alt sollen sich in Herford entfalten können und nach ihren Möglichkeiten am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Herford ist eine attraktive Stadt für alle Bürgerinnen und Bürger. Das wollen wir im Sinne der sozialen Stadt erhalten und ausbauen. 

Gute Nachbarschaft und attraktives Wohnen

Herfords Stadtteile und Wohnviertel sollen gestärkt werden, indem Begegnungsmöglichkeiten geschaffen werden und Jung und Alt sich kennen lernen und gut miteinander  leben können. Wir wollen gemeinsam  mit den Herforderinnen und Herfordern ein Klima schaffen, in dem gute Nachbarschaft und sozialer Zusammenhalt selbstverständlich sind.

Altwerden im Quartier ermöglichen. Die meisten Menschen in Herford wollen in ihren gewohnten vier Wänden würdevoll alt werden. Damit das möglich ist, wollen wir bezahlbaren, kleinen Wohnraum in den Quartieren schaffen und eine wohnortnahe Versorgungsinfrastruktur erhalten. Darüber hinaus müssen unterstützende Leistungen im eigenen Heim geschaffen werden. Hier gibt es schon gute Ansätze durch die Stadtteilzentren. Wir wollen auch neue Formen des gemeinschaftlichen Wohnens und Wohnprojekte in alten Quartieren schaffen.

Stadtteilzentren in allen Ortsteilen  sind für uns dabei ein wichtiger Aspekt der Quartiersstruktur und des gemeinsamen Zusammenlebens. Die vorhandenen Strukturen sollen anerkannt und ausgebaut werden. Ungleichbehandlungen zwischen den Quartieren im Zentrum und im Außenbereich wollen wir reduzieren. Wir werden dafür mehr Räume für Begegnungen schaffen und dabei auch mal neue Wege gehen, z.B. indem wir leerstehende Wohnungen oder Geschäfte nutzen oder auf öffentliche Gebäude (Grundschulen etc.) zurückgreifen. Wir werden mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern erörtern, wie die Stadtteilzentren der Zukunft gestaltet sein sollen. 

Ehrenamt braucht hauptamtliche Unterstützung. In Zukunft brauchen wir noch mehr ehrenamtliches Engagement und dieses braucht hauptamtliche Anleitung und Unterstützung. Deshalb werden wir die Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement weiter verbessern.

Unser städtisches Wohnungsbauunternehmen ist ein wichtiger Partner für eine sozial verantwortliche Wohnungspolitik. Wir werden die WWS als soziales Unternehmen und Kooperationspartner stärken und ausbauen. Herford braucht u. a. kleine und günstige Wohnungen. Wir wollen gemeinsam erarbeiten, wie Wohnbedürfnisse und das Wohnungsangebot besser aufeinander abgestimmt werden können. Der Abzug der  britischen Streitkräfte bietet dazu die einmalige Gelegenheit, neue Wohnmodelle für Herford zu entwickeln. Das Handlungskonzept Wohnen ist dafür eine wichtige Grundlage.

Herford, die Stadt für Familien, junge und alte Menschen

Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist in Herford bereits durch viele Kitas, offene Ganztagsgrundschulen etc. möglich. Weitere Anstrengungen wollen wir in diesem Bereich unternehmen. Gerade Firmen müssen die Chancen durch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch entdecken. Dieses werden wir unterstützen.

Neue Kita-Modelle in Form von Betriebs-Kitas und flexiblen Öffnungszeiten können die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Auch andere Betreuungsmodelle wie der Tagespflege, Au-pair, Leih-Oma und Leih-Opa wollen wir fördern.

Wir wollen Freiräume und Treffpunkte für eine Jugendkultur. Deshalb brauchen wir mehr Räume für die Entfaltung und Entwicklung persönlicher Lebensentwürfe für Jugendliche. Jugendtreffs zur pädagogikfreien und persönlichen Entwicklung mit altersspezifischen Regeln und Freiräumen werden wir in den Quartieren unterstützen. Außerdem werden wir Möglichkeiten legaler (künstlerischer) Graffitiflächen im Stadtbild schaffen.

Kinder und Jugendliche sollen sich in der Stadt wohlfühlen und sie annehmen können. Eine reine Versorgung und Betreuung in geschlossenen Räumen ist nicht unser Bild einer familienfreundlichen Stadt Herford. Der Linnenbauerplatz wird als Treffpunkt von Kindern und Jugendlichen hervorragend angenommen. Wir setzen auf die Anregungen von Eltern, Kindern und Jugendlichen, um die Attraktivität kontinuierlich zu verbessern. 

Herford braucht ein funktionierendes Bündnis für Familie als Netzwerk zwischen Vereinen, Verbänden, Wirtschaft, Institutionen und der Verwaltung. Wir werden uns für eine Neuauflage einsetzen.

Die kommunale Jugendförderung muss wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Ressourcen sind mit den Bedarfen in Einklang zu bringen, dabei müssen neue und alte Aufgaben zugleich betrachtet werden.

Unser Augenmerk liegt auf der Stärkung sozial benachteiligter Familien und Kinder. Die Bedarfe sozial schwacher Bevölkerungsschichten müssen besser anerkannt und weiterentwickelt werden. Familien und Eltern müssen dabei mit Hilfsangeboten angesprochen werden. Das Projekt „Chancenreich“ der Stadt Herford und der Carina Stiftung leistet hier gute Arbeit. Diese werden wir unterstützen und ausbauen. Ebenso können die Stärkung der Ganztagsschulen und die Einrichtung eines Ganztags-Gymnasiums neue Impulse für mehr Chancengerechtigkeit schaffen. 

Gute Bildung

Wir wollen eine Stadt mit den besten Bildungsangeboten für alle Kinder und Jugendlichen. Dieses Angebot fängt in Kita und Kindertagespflege an. Wir wollen die Leistungen der Erzieherinnen und Erzieher stärker anerkennen. Ihre Leistung und Qualifizierung ist ein Schlüsselfaktor der frühkindlichen Bildung. Wir setzen uns für ein  bedarfsgerechtes Angebot ein, indem Platz-, Zeit- und Randstundenbedarfe  ermittelt werden und mehr Flexibilität geschaffen werden kann. Wir setzen uns dafür ein, dauerhaft einen vollständig kostenfreien Kita-Besuch für 3- bis 6-jährige Kinder zu schaffen. Wir wollen außerdem Tagesmüttern und -vätern den Zugang zu Spielgeräten für Kinder von 0 bis 3 Jahren auf öffentlichen Spielplätzen ermöglichen und die baulichen Voraussetzungen dafür schaffen. 

Die Investitionen der letzten Jahre in die Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS) zeigen gute Entwicklungen bei den Schülerinnen und Schülern. Die Finanzierung der OGS muss dauerhaft gesichert werden, um Qualität und gutes Personal zu erhalten und aufzustocken. Sowohl die Finanzierungsanteile des Landes als auch der Stadt Herford sind dabei zu betrachten. Der Offene Ganztag mit seinen verschiedenen Konzepten reicht von der reinen Nachmittagsbetreuung bis hin zum vollständig rhythmisierten Unterricht und bietet ein gutes Angebot für Eltern, Schülerinnen und Schüler.

Auch an den weiterführenden Schulen müssen flexible Angebote der Nachmittagsbetreuung geschaffen werden, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Nach dem Bau der Mensen/Cafeterien an den Gymnasien müssen nun auch Möglichkeiten der Betreuung über Mittag an den Realschulen folgen.

Wir wollen in Zukunft mehr in die Substanz unserer  Schulgebäude investieren. Die Schulgebäude stellen einen wichtigen Rahmen für das pädagogische Konzept unserer Schulen dar. Unterhaltung, Pflege und Reinigung dürfen daher nicht vernachlässigt werden.

Die hohe Jugendarbeitslosigkeit im Kreis Herford und die Anzahl von Jugendlichen in Warteschlangensystemen zeigen die Notwendigkeit zur Verbesserung der Systeme im Übergang von der Schule in den Beruf. Wir wollen gemeinsam mit der Wirtschaft und den Schulen bessere Beratungssysteme zum Berufseinstieg schaffen. Weiterqualifizierung ist besser als Warteschlange.

Die Volkshochschule (VHS) muss als Träger der Erwachsenenbildung stärker anerkannt werden. Klassenräume an Herforder Schulen sollen im Abendbereich vermehrt auch als Lehrräume für Erwachsene genutzt werden. 

Inklusives Herford

Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen ist unser Leitfaden in der Behindertenpolitik. Wir nehmen die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen sehr ernst. Gemeinsam mit den Bürgern der Stadt Herford müssen wir erreichen, dass ein Umdenken hin zu einer inklusiven Gesellschaft stattfindet.

Inklusion heißt eine Gesellschaft schaffen, in der alle Menschen die gleichen Chancen, die gleichen Rechte, aber auch die gleichen Pflichten haben. Wir werden ein Teilhabekonzept für Herford mit allen Betroffenen erstellen. Wir sehen die Umsetzung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung als zentrale Aufgabe, nicht nur im Bildungssystem. 

Barrierefreiheit ist für uns eine Selbstverständlichkeit. In diesem Bereich haben wir in der Stadt Herford schon einiges erreicht. Alles, was barrierefrei geplant und gebaut wird, ist nicht nur zum Nutzen der Menschen mit Behinderung, sondern alle Menschen wie z.B. Senioren, Personen mit Rollatoren, Eltern mit Kinderwagen und viele mehr profitieren von der Barrierefreiheit.

Bürgernah

Unsere Zukunftsgespräche waren erst der Anfang. Wir setzen die von Bürgermeister Bruno Wollbrink begonnene Entwicklung zur Bürgerkommune Herford fort. Wir werden dazu die gestarteten Zukunftsgespräche als ständiges Instrument etablieren und weiterentwickeln.  

Beteiligungsmodelle

Der Seniorenbeirat ebenso wie der Integrationsrat und der Behindertenbeirat sind wichtige Anlaufstellen für die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern. Ein kooperativer Umgang und gemeinsame Projekte sind uns wichtig. Wir werden die guten Erfahrungen mit den Beiräten weiterentwickeln und andere gesellschaftliche Gruppen, Jung, Alt, Familien und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte an einen Tisch bringen, um unser Angebot kontinuierlich ausbauen.

Bürgerforen, Bürgerbefragungen und Bürgerpanels sind dazu ein wichtiges Instrument.

Darüber hinaus wird es sogenannte Townhall-Meetings (d. h. Gespräche und Treffen mit Bürgerinnen und Bürgern im Rathaus) mit dem neuen Bürgermeister Tim Kähler geben. Er wird sich in offenen Bürgersprechstunden im Rathaus den Fragen, Anregungen, Ideen und Kritiken der Herforderinnen und Herforder stellen.

Die Bezirkskonferenzen wollen wir zu Quartiergesprächen weiterentwickeln und damit ein direktes Partizipationsmodell einführen. Die Herforderinnen und Herforder sollen in ihren Wohnquartieren frühzeitig in politische Prozesse einbezogen werden und aktiv mitgestalten.

Selbst aktiv werden

Die Stadtverwaltung in Herford soll besser als bisher für die Menschen dieser Stadt erreichbar sein, die auf Internet und schnelle Kommunikation angewiesen sind bzw. sie nutzen wollen. Durch  die stärkere Nutzung neuer Beteiligungsformen (z. B. Open Government) soll die Öffnung von Politik und Verwaltung einerseits hin zu den Bürgerinnen und Bürgern weiterentwickelt werden. Dies führt zu mehr Transparenz, zu mehr Teilhabe, zu einer intensiveren Zusammenarbeit, zu mehr Innovation und zu einer Stärkung gemeinschaftlicher Belange.

Durch direkte Kommunikation (Onlinechat) sollen zukünftig Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger noch besser erreichbar sein.  Wenn mal etwas nicht so läuft, wie man sich das wünscht, so wird man direkt bei der Stadt Herford  Petitionen schalten können. So wird es für alle von Zuhause aus möglich sein, auf Missstände aufmerksam zu machen. Außerdem werden die Wartezeiten in den jeweiligen Ämtern verkürzt oder fallen weg. Natürlich sollen auch die Bürgerinnen und Bürger, die keinen Computer oder Internetzugang besitzen, weiterhin den Service im Rathaus wie gewohnt nutzen können.

Auch am Haushalt wollen wir die Herforderinnen und Herforder mitwirken lassen. Ein Bürgerhaushalt heißt dabei für uns nicht, dass die Bürgerinnen und Bürger entscheiden, wo gespart werden soll. Es soll vielmehr ein festes Budget geben, über dessen Verwendung entschieden werden kann. 

Als ähnliches Instrument wollen wir z. B. Planungszellen einführen. Planungszellen sollen eingerichtet werden, wenn ein scheinbar unlösbares Problem vorliegt. Eine Gruppe von 25 (im Zufallsverfahren) ausgewählten Personen soll dann nach einer Informationsveranstaltung  in Kleingruppen Lösungsvorschläge erarbeiten. Die Ergebnisse werden in einem Bürgergutachten zusammengefasst und anschließend den politischen Entscheidungsträgern als Beratungsunterlage zur Verfügung gestellt. 

Chancenreich

Bildung und Innovation als Chance

Der Abzug der britischen Streitkräfte ist Herausforderung und Chance zugleich. Die freiwerdenden Flächen im Kern unserer Stadt bieten neue Möglichkeiten für den Bildungsstandort Herford.

Herford ist ein guter Wirtschafts- und Bildungsstandort. Die Weiterentwicklung des Bildungsstandortes ist ein zentraler Zukunftsaspekt unserer Stadt. Bildung zieht und hält junge Menschen in Herford und gibt ihnen Zukunftsperspektiven für ein selbstbestimmtes Leben. Wichtig ist es dabei, alle Herforder Jugendlichen auf dem Weg von Schule in den Beruf mitzunehmen und bestmöglich zu qualifizieren. 

Wir werden uns daher für die Einrichtung einer Hochschule, einer Fachhochschule oder eines Fachhochschulzweiges einsetzen. Neue Angebote der Aus- und Weiterbildung sind weitere Chancen. Wir möchten einen Bildungscampus errichten Die Flächen auf dem Stiftberg sind in ihrer stadtnahen Lage prädestiniert hierfür. Denkbar wäre die Einrichtung einer Fachhochschule unter Einbindung der örtlichen Wirtschaft (z.B. der Möbel-, Maschinenbau- oder Textilindustrie)  oder örtlicher Sozial- und Pflegeträger. Eine lokale Verankerung hätte viele positive Einflüsse auf die Stadtentwicklung.

Als besondere Chance sehen wir daher auch die Entwicklung des Königin-Mathilde-Gymnasiums zu einer NRW Sportschule. Bestehende Sporteinrichtungen in den Kasernenflächen könnten dafür genutzt werden.

Weitere Möglichkeiten bietet ein Ausbau der Erwachsenen- und der Weiterbildung. Gerade in Verbindung mit der lokalen Wirtschaft bieten sich hier neue Chancen für qualifizierte Facharbeiter. Herfords Wirtschaft braucht innovatives und gut ausgebildetes Personal, um Zukunftsperspektiven zu entwickeln und umzusetzen.

Die Kasernenflächen an der Mindener Straße bieten eine andere Chance für ein innovatives Herford. Die Einrichtung eines Innovations- und Gründerzentrums könnte sich hier an den Bildungsstandort anschließen. Gründer/innen und junge Unternehmer/innen  könnten nach Herford gezogen werden und Impulse für die lokale Wirtschaft setzen. Die Flächen an der Mindener Straße bieten dafür viel Raum für innovative Ideen. 

Die Entwicklung der Kasernenflächen als Chance.

Die freiwerdenden Flächen auf dem Stiftberg bieten nach dem Abzug der britischen Streitkräfte noch weitere Möglichkeiten der Gestaltung.

Vielfach wurde in den Zukunftsgesprächen der Wunsch nach einem Stadtteilzentrum als Kommunikationsmittelpunkt des Quartiers auf dem Stiftberg gewünscht. Denkbar ist die Entwicklung eines Kulturzentrums sowie eines Nahversorgungszentrums mit Geschäften, Arztpraxen, Pflege- und Tageseinrichtungen sowie auch Gastronomie.

Wir unterstützen die Vielfalt unsere Volks- und Glaubensgruppen bei ihren Integrationsbemühungen in unsere städtische Gemeinschaft. Mit dem Bau eines Begegnungs- und zugleich Religionszentrums für alle Bürgerinnen und Bürger kann z. B. die Chance zu einem offenen und weltgewandten Herford genutzt werden.

Bestehende Grünflächen und Bäume sollen in eine zukünftige Nachnutzung einbezogen werden, um so eine grüne Lunge der Stadt zu erhalten oder sogar schaffen.

Die parkartigen Charakterzüge der Kasernengelände schaffen ein Wohnen im Grünen mit städtischem Lebensgefühl. Gleichzeitig ist es möglich hochwertiges Wohnen in der Stadt zu errichten. Des Weiteren wollen wir uns dafür einsetzen, dass zukunftsorientiertes Wohnen mit Photovoltaikanlagen, Nullenergiebauweise und ähnlichen Techniken möglich wird. Damit würde nicht nur Energie und CO2 gespart, sondern der Stiftberg könnte gleichzeitig zu einem innovativen Modellversuch werden.

Darüber hinaus sind viele weitere Nachnutzungsmöglichkeiten der Kasernenflächen denkbar. Wir wollen diese gemeinsam mit den Herforderinnen und Herfordern angehen, erarbeiten und zum Erfolg führen. 

Kultur als Chance

Herford hat ein hervorragendes Kulturangebot. Es vereint verschiedenste Angebote vom Stadttheater, der Bibliothek, dem stadthistorischen Museum über freie Angebote und eine aktive Kulturszene bis hin zu den überregionalen Angeboten des MARTa und der Nordwestdeutschen Philharmonie.

Herford muss sich noch viel mehr als überregionaler Kulturstandort definieren und diesen leben. Mit dem MARTa Museum, der Nordwestdeutschen Philharmonie und der Hochschule für Kirchenmusik Herford haben wir Einrichtungen, die nicht nur in Ostwestfalen-Lippe einzigartig sein. Damit hebt sich Herford hervor. Diese Chance müssen wir auch weiterhin nutzen. Herfords Kultur ist aber weit mehr als das MARTa, alle müssen gemeinsam Seite an Seite arbeiten.

Wir streben eine verstärkte Kooperation und Zusammenarbeit mit den Kultureinrichtungen an, um das Kulturmarketing auszuweiten. Wir wollen dafür (ähnlich dem Stadtsportverband) eine Vernetzung der Kulturschaffenden in dieser Stadt anstoßen. Eine Vernetzung könnte auch eine Befruchtung und Belebung der lokalen kulturellen Szene bedeuten.

Wir stehen für eine langfristige Perspektive und Planbarkeit auch im Kulturbereich. Spardebatten dürfen nicht auf dem Rücken einzelner Einrichtungen ausgetragen werden. Wir wollen das kulturelle Profil unserer Stadt langfristig sichern und ausbauen, dazu zählt aber auch eine Debatte um finanzielle Ressourcen.

Stärker als bisher soll die kulturelle Bildung in den Blickpunkt der Kultureinrichtungen rücken. Kinder und Jugendliche sollen frühzeitig mit Kultur und Kulturschaffenden auseinandersetzen können und einen Zugang finden. Dazu wollen  wir die Kooperation zwischen städtischen und freien Kultureinrichtungen und Kulturschaffenden und den Schulen stärken, damit das Angebot auch den  Ansprüchen und Erwartungen von Kindern und Jugendlichen  gerecht werden kann.

Wir setzen uns für eine Teilhabe am kulturellen Leben für alle Herforderinnen und Herforder ein. Kultur muss für alle bezahlbar sein. Wir wollen daher eine größere Spreizung der Tarifstufen in Kultureinrichtungen sowie eine kostenfreie Abgabe von Restkarten an Schüler, Studenten und Bezieher beispielsweise von Transferleistungen. Darüber hinaus müssen sich kulturelle Angebote noch stärker der Aufgabe stellen interkulturelle Einflüsse aller Mitbürgerinnen und Mitbürger aufzunehmen. Heimische Künstlerinnen und Künstler müssen stärker in das kulturelle Leben eingebunden und unterstützt werden. Der „Kulturanker“ ist ein gutes Beispiel zur Förderung lokaler Künstlerinnen und Künstler.

Kunst muss zukünftig noch mehr als bisher in den öffentlichen Raum vordringen. Die „Hanse Street Art“ war ein toller Anfang. Egal ob Graffiti, Theater, Skulpturen, Musik oder vieles mehr - es muss im öffentlichen Raum wahrnehmbar sein und ein neues Lebensgefühl der Herforderinnen und Herforder wecken.

Auch die Herforder Volks- und Brauchtumsfeste stellen einen wichtigen Bestandteil der Kulturlandschaft dar. Wir stehen zur Schaustellerstadt Herford und der Anerkennung von Volksfesten als UNESCO Kulturerbe.

Energiewende gestalten

Die Zurückführung der e.on Westfalen Weser AG in die öffentliche Hand bietet viele Chancen für die Städte und Gemeinden. Stromnetze in kommunalen Händen ermöglichen durch ihre finanziellen Erträge den Erhalt öffentlicher Infrastruktur. Gleichzeitig schaffen wir Möglichkeiten um die Energiewende aktiv zu gestalten.

Das dicht besiedelte Stadtgebiet und die physikalischen Standortmerkmale der Stadt beschränken die Erzeugung nachhaltiger Energie. Wir sehen vor allem Potentiale in der Stromerzeugung durch Solarenergie und der Kraftwärmekopplung in der Nahwärmeproduktion. Der Ausbau kann dabei durch die Stadtwerke Herford, Privatleute und in gemeinsamer Kooperation erfolgen.

Wir wollen uns dafür einsetzen, gemeinsam mit den anderen Städten und Gemeinden in OWL ein Gesamtkonzept zur Umsetzung der regionalen Energiewende zu erarbeiten. Die Westfalen-Weser-Energie kann Unterstützer und Motor sein. In der Innovation und Produktion von modernen Erzeugungsanlagen kann die Wirtschaft in OWL Standards setzen.

Im Bereich Elektromobilität wurden in Herford schon erste Ziele erreicht werden. So sind in Herford Tankstellen für Elektroautos errichtet worden. Aber gerade der Markt der elektrisch unterstützten Fahrräder bietet noch weitreichende Wachstumschancen und verkehrstechnische Entlastungen. Im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs wollen wir mit Hybridbussen Akzente in der Energieersparnis setzen und zugleich zu einem besseren Stadtklima beitragen. 

Wir wollen aber auch die einseitige Reduzierung der Energiewende auf den Stromsektor aufbrechen. Gerade die Stadt Herford und ihre Tochterunternehmen haben Potentiale, über den Bereich Wärmedämmung einen Beitrag zur Energiewende zu liefern. Wir wollen hier gemeinsam eine Strategie zur Umsetzung einer besseren Wärmedämmung städtischer Gebäude entwerfen. 

Kommunale Unternehmen

Die kommunalen Unternehmen sind wichtig für die Entwicklung des Gemeinwesens in unserer Stadt. Wir werden sie stärken und möglichst vollständig in die kommunale Hand zurückführen.

Aus Verantwortung für die Beschäftigten setzt sich die SPD für Tarifverträge in allen städtischen Unternehmen ein. Beschäftigte sind Menschen und keine Kostenstellen. Für die SPD gehören Arbeitnehmervertreter in die Aufsichtsräte städtischer Unternehmen. Mitbestimmung ist ein wichtiger Faktor des Erfolges der deutschen Wirtschaft.

Liebe Herforderin, lieber Herforder,

wir wollen Herford Attraktiv, Bürgernah und Chancenreich. Das ist unser ABC für Herford.